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Millionengrab in Dessau?

10. 04. 2021

Die Fertigstellung der FAA in  Dessau wurde damals in bemerkenswerter Weise öffentlichkeitswirksam gefeiert. Seit Jahrzehnten schon schreibt eine Vielzahl an rechtlichen Vorgaben die Schaffung der ökologischen Durchgängigkeit vor, was zumindest auf den ersten Blick und nach medialer Darstellung in Dessau  nun erfolgt sein soll.

Ein Blick auf  Luftaufnahmen der  FAA in Dessau zeigte uns , dass schon die Einstiege offenkundig  nicht dem Stand der Technik und des Wissens, bzw. DWA M 509 entsprechen.

Vor diesem Hintergrund beantragten wir mittels UIG die Übersendung der Funktionskontrolle für diese Anlage und waren auch  gerne bereit, die höchste Gebühr dafür zu entrichten, die von uns bisher verlangt wurde und unser Interesse daran in Wahrung unserer satzungsgemäßen Aufgaben nur noch weiter erhöhte.

Laut Funktionskontrolle konnte eine Funktionstüchtigkeit für den Stör gar  nicht untersucht und somit auch nicht  nachgewiesen werden, obwohl dies so postuliert und gefeiert wurde. Aus den Gutachten geht hervor, dass die Anlage aufgrund der hohen Wasserspiegeldifferenzen und der daraus resultierenden Strömungsgeschwindigkeiten erhebliche  selektive Wirkungen entfaltet und deutliche Probleme bei der Auffindbarkeit bestehen. Nach unserer Auffassung ist dies das  Resultat der massiven  Abweichungen bei den  Einstiegswinkeln, die nach DWA M 509 max.30° betragen dürfen.

Während des Untersuchungszeitraumes wurden laut Gutachten immer wieder auch Lachse bei dem Versuch gefilmt,  das Wehr zu überspringen. Eindrucksvoll beantworten in unseren Augen  hier die Tiere die Frage der  Auffindbarkeit ,untermauern hierdurch unmißverständlich  die Aussagen der Gutachten und werfen für uns  die Frage auf, ob die Darstellung der Anlage in der Öffentlichkeit den Tatsachen entspricht.

Die offenkundigen Abweichungen vom Stand der Technik und des Wissens und die damit verbundenen Einschränkungen der Funktionsfähigkeit  lassen sich auch bei vielen anderen FAA schon am PC feststellen, so dass wir auch große Zweifel an deren Funktionsfähigkeit hegen und sie somit den fachlichen und rechtlichen Anforderungen tatsächlich auch  entsprechen. Angesichts der verbauten Millionen hätten wir uns ein anderes Ergebnis unserer ehrenamtlichen Recherchen gewünscht, sehen unsere Vermutungen bedauerlicherweise einmal mehr bestätigt.

 

Bild zur Meldung: Luftbild google earth

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