Lachse lügen nicht!

07.​05.​2026

Zuletzt wurden wir seitens der Anglerschaft informiert, dass sich große Schwärme von Lachssmolts am Wehr im Mittellauf des Mühlgrabens Hadmersleben im eingestauten Bereich  aufhalten, von dort offenbar nicht weiterkommen und zudem auf kleine Angelköder beißen.

Nach Sichtung von Video-und Fotodokumentationen wurde uns schnell klar, dass sie das Umgehungsgerinne am Wehr im Mühlgraben nicht nutzen, da es kaum auffindbar sein dürfte und ohnehin als Aufstieg konzipiert ist. Zudem wurde es für 400l /s ausgelegt, während an der WKA oben lediglich 200 l/s in den Mühlgraben abgeschlagen werden und eine volle Funktionstüchtigkeit schon hier kaum gegeben sein dürfte.

Aus einer Landtagsdokumentation auf S.7 geht hervor, dass eine hydraulische Funktionstüchtigkeit und eine Fischdurchgängigkeit des Mühlgrabens festgestellt worden sein soll. 

https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/aussch/wp7/umw/protok/umw038p7i.pdf

Für uns wirft das die Frage auf, warum  die abwanderungswilligen Smolts dann zu hunderten, wenn nicht sogar tausenden vor dem Umgehungsgerinne  festhängen und warum sie nicht den Bypass direkt an der WKA nutzen? War auch der Bypass wieder einmal vollständig mit Treibgut verstopft, obwohl Fischwege per Gesetz freigehalten werden müssen?

So wie  in Dessau widerlegen die Lachse nun auch in Hadmersleben  die Behauptungen der Schönredner  hinsichtlich der tatsächlichen Durchgängigkeit und wieder einmal waren es ehrenamtlich Tätige, die hier sofort zur Stelle waren und die Behörden eingeschaltet haben, um den Smolts einen Wanderkorridor anzubieten.

 

Bild zur Meldung: Versehentlich gefangener Lachssmolt im Mühlgraben Hadmersleben Foto: IG Bode-Lachs